Was ist ein Privatier?

Du hast dir Tipps zum Aufbau von Vermögen geholt und bist auf den Begriff Privatier gestoßen und fragst dich, was damit gemeint ist? In unserem Artikel erfährst du, was der Begriff bedeutet und wie man zum Privatier wird.

Privatier ist eine allgemeine Bezeichnung für eine Person, die für ihren Lebensunterhalt nicht mehr arbeiten muss. Auf welche Art sie dieses Ziel erreicht hat, ist dabei nicht relevant. Der Privatier ist finanziell unabhängig und bezieht auch keine Sozialleistungen vom Staat.

Finanziell unabhängig, was heißt das?

Im Zusammenhang mit dem Begriff Privatier wird oft die finanzielle Unabhängigkeit genannt. Der Privatier hat ab einem gewissen Punkt in seiner Karriere den Status erreicht, wo er weder auf ein Arbeitsverhältnis noch auf Arbeitslosenversicherung oder andere soziale Absicherungen angewiesen ist. Rund 630.000 Personen in Deutschland haben diesen Zustand erreicht und die Zahl steigt weiter an.

Trotz Finanzkrise und niedriger Zinsen. Der Motivationsgrund sind wahrscheinlich die prekär werdenden Arbeitsverhältnisse und der Wunsch nach dauerhafter finanzieller Absicherung. Auch unabhängig davon, ob du Privatier werden willst, macht es Sinn, dein Geld anzulegen. Auf deinem Girokonto verlierst du aufgrund der niedrigen Zinsen und der Inflation real sogar langsam, aber sicher dein Kapital.

Wer kann Privatier werden?

Voraussetzung, um als Privatier erfolgreich zu sein, ist ein gut aufgestelltes passives Einkommen. Passives Einkommen sind Einkünfte, für die du nicht deine eigene Arbeitskraft einsetzt. Das kann die Vermietung von Immobilien oder der Gewinn aus Aktiengeschäften sein. Wichtig ist, dass sich der Privatier langfristig Kapital aneignet und damit seine Lebenskosten decken und im besten Fall sogar überschreiten kann. Ein Privatier tätigt Investitionen, die von selbst Gewinn abwerfen. Wer in jungen Jahren investiert, wird umso schneller das gewünschte Ziel der finanziellen Unabhängigkeit erreicht haben.

Im Prinzip kann jeder Privatier werden, wenn er genug auf die Seite gelegt hat und sparsam lebt. Das Bild des Privatiers mit Luxusjacht oder Auto ist längst überholt. Als sparsamer Mensch ist man auch schon mit vierzig oder fünfzig Privatier und kann sich seinen Interessen widmen. Manche Privatiers haben auch Glück und erben eine stattliche Summe. Auch damit lässt sich über längere Zeit unbeschwert leben.
Vermögen vor unerwarteten Ereignissen schützen

Er sollte sich aber in einem gewissen Maß gegen Veränderungen absichern, indem er sein Vermögen beispielsweise nicht nur in eine Investitionsmöglichkeit steckt, sondern dieses auf mehrere Investitionen verteilt.

Es kann durchaus vorkommen, dass eine Aktie einbricht und finanzielle Mittel nachgeschossen werden müssen, um größere Verluste auszugleichen. Hast du zusätzlich noch andere Investitionsmöglichkeiten in Betracht bezogen, bleibt dir immer noch einen Teil deines Vermögens zur Verfügung.

Person A. investiert zum Beispiel in klassische Aktien, vermietet mehrere Immobilien und unterstützt mit einem Private Equity Fond den Wiederaufbau oder Ausbau von Unternehmen. Zusätzlich schreibt Person A. Ratgeber, die er online veröffentlicht und zur Verfügung stellt. Dadurch hat Person A. sichergestellt, dass sein Vermögen nicht auf einem Schlag zusammenbricht.

Was kostet es, ein Privatier zu sein?

Es lässt sich nicht genau sagen, mit welchen Kosten ein Privatier zu rechnen hat, da diese stark von seiner Lebensart abhängig sind. Die Krankenversicherung, Wohnraumkosten, Telefon und Internetvertrag sowie Mobilität machen aber wahrscheinlich den größten Teil der Kosten aus. Bei der Krankenversicherung ist die gesetzliche Form empfehlenswert. Sie richtet sich nach dem Einkommen des zu Versichernden. Eine private Krankenversicherung wird im Alter teuer.

Der Kauf von Kleidung, Hygieneartikel und Ernährung machen einen weiteren Teil aus. Dieser ist stark davon abhängig, ob du vermehrt Markenkleidung trägst, nur Luxuskosmetik an deine Haut lässt, viele oder lange Reisen unternimmst und einen extravaganten Ernährungsstil bevorzugst. Oder eben nicht.

Hier liegt nämlich auch das Einsparpotenzial. Wer nicht zu ausufernd lebt, muss auch nicht mit hohen Lebenshaltungskosten rechnen. Ein Haus auf dem Land zu kaufen, ist beispielweise günstiger als eine Eigentumswohnung in der Stadt. Du musst allerdings für dich selbst wissen, ob du ein sparsames Leben führen kannst oder dich diese Lebensweise zu stark einschränkt. Dann musst du beispielsweise bei Reisen auch Kapital für deine Freizeit einplanen.

Wie werde ich Privatier?

Nicht mehr arbeiten zu müssen, ist für viele ein erstrebenswerter Zustand. Deshalb stellst du dir wahrscheinlich die Frage: Wie erreicht man finanzielle Unabhängigkeit? Am Beginn stehen die Strategie und eine Aufzählung der laufenden Kosten. Daraus lässt sich dann ein Jahresbedarf errechnen. Anhand dieses Jahresbedarfs kannst du dann für dich herausfinden, welche Möglichkeit dich am ehesten ans Ziel bringt.
Finanzielle Unabhängigkeit erreichen: so funktioniert‘s
Um sich ein passives Einkommen aufzubauen, gibt es verschiedene Möglichkeiten wie Immobilien, mit digitalen Unternehmen, E-Books oder dem Handel mit Aktien und Dividenden. Ein Coach kann dir dabei helfen, die richtige Strategie festzulegen. Er kann mit dir gemeinsam deine Lebenssituation analysieren und dir Tipps geben, mit welchen Investitionsformen du dir am schnellsten ein Einkommen erwirtschaften kannst.

Viele Privatiers engagieren sich sozial, führen Coachings durch oder investieren im Kulturbereich. So können sie Kontakte aufbauen, wodurch sich auch Geschäftsbeziehungen ergeben können. Gerade von Sportlern kennt man es, dass diese auch nach ihrer Karriere noch einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder sich für soziale Projekte engagieren.

Ist Privatier ein Beruf?

Da du dich in keinem Arbeitsverhältnis befindest, übst du als Privatier auch keinen Beruf aus. Demnach ist Privatier auch kein Beruf. Es gibt auch keine spezielle Ausbildung, um Privatier zu werden. Es können jedoch Seminare zum Thema Immobilieninvestor, Aktienhandel oder passives Einkommen belegt werden.

Wie hoch muss mein Kapital sein, um als Privatier leben zu können?

Pauschal kann man das nicht sagen. Wie hoch dein Kapital sein sollte, ist abhängig davon, wie viel Zeit du finanziell unabhängig verbringen willst und ab wann du damit startest, dir ein Vermögen aufzubauen. Die nachfolgenden Rechenbeispiele sollen aufzeigen, wie ein möglicher Sparplan für das Dasein als Privatier aussehen könnte.

Rechenbeispiele für einen möglichen Kapitalverbrauch

Hier ein kurzes Rechenbeispiel: Unsere Person A. hat ein Einkommen von 2100 Euro netto im Monat. Zusätzlich verdient Person A. 400 Euro monatlich durch die Vermietung einer Wohnung. In zehn Jahren möchte unsere Person aufhören zu arbeiten. Für die soziale Absicherung muss Person A. rund 1000 Euro einrechnen. Insgesamt braucht Person A. also monatlich 3500 Euro.

Gehen wir davon aus, dass Person A. mit sechzig in Pension gehen möchte. Er benötigt für vierzig Jahre Kapital. Daraus ergibt sich eine Summe von 1.680.000 Euro. Mit Sparen erreicht Person A. das Ziel längerfristig nicht. Person A. muss also eine andere und schnellere Möglichkeit finden, jährlich 42.000 Euro zu erwirtschaften. Das kann Person A. erreichen, indem sie eine 400 Quadratmeter Wohnung mit 9 Euro pro Quadratmeter vermietet.

Aber auch indem sie in Aktien investiert, kann Person A. ihre Gewinne maximieren. Mit ETF-Fonds erhältst du die Aktien von mehreren Unternehmen. Die Dividenden können mindestens einmal im Jahr ausgezahlt werden. EFT-Fonds können sich aber nicht besser entwickeln als der Index, auf dem sie basieren. Deshalb sollte das Vermögen bei ETF-Fonds auf mehrere Fond-Sparpläne verteilt werden.

Ein weiteres Beispiel Person B. ist 32 Jahre alt und schreibt neben ihrem Beruf Reiseratgeber. Sie verdient vier Euro pro Buch und verkauft davon 3000 Stück. Mit ihrer Haupttätigkeit verdient Person B. 1400 Euro netto. In ihrem Besitz befindet sich auch eine abbezahlte Eigentumswohnung. In zehn Jahren möchte Person B. ein monatliches Einkommen von 2000 Euro netto pro Monat erreicht haben.

Da sie noch recht jung ist, muss Person B. ein Einkommen erwirtschaften, das für 60 Lebensjahre ausreicht. Das sind in diesem Fall insgesamt 1.440.000 Euro. Sie hat zwei Möglichkeiten, um dieses Ziel zu erreichen: indem sie Teile ihrer Wohnung vermietet oder mehr Bücher schreibt. Mit mindestens zwei Büchern pro Jahr wäre sie bereits auf der sicheren Seite. Optimieren ließen sich die Verkäufe mit insgesamt 120 Büchern.

Muss ein Privatier Steuern zahlen?

Ja, auch als Privatier muss man Steuern zahlen. In diesem Fall zahlst du Einkommenssteuer, da du deinen Lebensunterhalt als Selbstständiger oder eben als Privatier bestreitest Hier kann mit 20-30 Prozent Steuern auf den erwirtschafteten Gewinn gerechnet werden. In Deutschland gibt es aber einen Freibetrag bei einem Einkommen von 10.000 Euro im Jahr. Das heißt, du zahlst nicht sofort Einkommensteuer, sondern erst ab dem Beitrag, der diese Summe überschreitet.

Solltest du dir unsicher sein, ob du den Freibetrag überschreiten wirst oder wie du die Steuern reduzieren kannst, ist der Steuerberater der richtige Ansprechpartner. Es spart dir als Privatier viel Zeit, wenn die Abführung von Steuern jemand anderes für dich übernimmt. Der Steuerausgleich muss aber fristgerecht erfolgen, sonst besteht die Gefahr, der Steuerhinterziehung bezichtigt zu werden.

Eine Möglichkeit, die Zahlung der Einkommenssteuer zu umgehen, ist die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Gewinne der Gesellschaft mit beschränkter Haftung werden nur mit einer Körperschaftsteuer von 15,5 Prozent belegt.

Privatier auf Zeit

Hast du einen guten Draht zu deinem Arbeitgeber? Dann klingt das Sabbatical vielleicht interessant für dich. Der durchschnittliche Zeitraum liegt bei einem Jahr. Du hast zwar keinen Verdienst, aber die Garantie, nach deinem freien Jahr wieder an deine Arbeitsstelle zurückzukehren. Ein Sabbatical ist optimal, um auszutesten, ob du für das Leben eines Privatiers geeignet bist.

Passt der Lebensstil zu mir?

Kannst du es dir vorstellen, deinen Tag selbst einzuteilen, oder vermisst du deinen geregelten Arbeitsalltag? Oder fällt es dir leicht, Einkommen zu generieren und möchtest gar nichts mehr anderes machen? Viele stellen sich das Leben als Privatier als das Optimum vor und sind dann ziemlich schnell ernüchtert, wenn sie feststellen, dass sie dafür nicht geeignet sind.

Bei manchen erhöht es aber auch die Motivation, so schnell wie möglich finanziell unabhängig zu werden. Du kannst auch weiterhin in einem Arbeitsverhältnis leben und dir ein Vermögen aufbauen, um beispielsweise früher in Pension gehen zu können.

Bekommt ein Privatier Pension?

Im besten Fall erwirtschaftest du dir mit deinem passiven Einkommen ein Vermögen, von dem du mehrere Jahre zehren kannst. Das heißt, dass du dir damit auch deine Pension erwirtschaften kannst. Pension bekommt in Deutschland nämlich nur, wer in die Sozialkasse einzahlt. Dafür muss zuvor über längere Zeit ein Arbeitsverhältnis bestanden haben. Auf eine staatliche Pension hast du auch Anspruch bei einem Vermögen im Millionenbereich.

Selbstständige haben aber auch die Möglichkeit, aus freien Stücken in die Pensionskasse einzuzahlen. Du solltest also rechtzeitig beginnen einzuzahlen, sonst stehst du am Ende ohne eine Pension da und auch die ist ja eine Form von Einkommen. Ein Anrecht auf Pension als Selbstständiger besteht ab einer gewissen eingezahlten Beitragsmenge.

Robin

Hi, mein Name ist Robin. Seit über 20 Jahren beschäftige ich mich mit Geldanlagen & Investments. Während meines Studiums und einer Ausbildung zum Finanzwirt (CoB) war ich als Investmentberater tätig. Eine Karriere im Finanzbereich habe ich zugunsten meiner weiteren Leidenschaft - Computer & IT - nicht weiter verfolgt. Heute bin ich als Freelancer im IT-Bereich tätig. Das Interesse an Finanzen ist jedoch geblieben. Um die besten Anlagen für mein Geld zu finden, bilde ich mich ständig fort, lese Finanzliteratur und führe Gespräche mit Experten. Mein Wissen möchte ich auf diesem Blog weitergeben. Damit auch Du ein Vermögen aufbauen und finanzielle Freiheit erreichen kannst.

Letzte Beiträge